Möglicherweise krebserregend: Entscheidung über Glyphosatverbot wird bis Ende 2017 aufgeschoben

Die EU hat die Zulassung für Glyphosat bis 2033 verlängert. Erfahre, welche Gefahren das Unkrautvernichtungsmittel für unser Grund- und Trinkwasser birgt und wie du deine Hausleitung im akkreditierten Fachlabor auf Pestizidrückstände prüfen lässt.

Möglicherweise krebserregend: Entscheidung über Glyphosatverbot wird bis Ende 2017 aufgeschoben

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Ende Juni ging eine Diskussion ihrem vorläufigen Ende entgegen. Das Glyphosatverbot ist erstmal vom Tisch und die Zulassung des umstrittenen Herbizids wurde für weitere 18 Monate verlängert. Während dieser Zeitspanne sollen weitere Gutachten und Einschätzungen zur potenziellen Gesundheitsgefährdung durch Glyphosat erstellt werden.

Aktuelles Update: EU-Zulassung für Glyphosat bis 2033 verlängert

Entgegen früherer Verbotsankündigungen hat die EU-Kommission die Zulassung für das Herbizid Glyphosat Ende 2023 um weitere zehn Jahre bis zum 15. Dezember 2033 verlängert. Grundlage war eine Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die keine "kritischen Problembereiche" identifizierte – trotz massiver Kritik aus Wissenschaft und Umweltschutz. Für Privathaushalte bedeutet das: Der großflächige Einsatz in der Landwirtschaft geht weiter. Wer in ländlichen Regionen lebt oder einen eigenen Hausbrunnen betreibt, kann sich nicht auf ein baldiges Verbot verlassen und sollte die Wasserqualität weiterhin proaktiv durch akkreditierte Laboranalysen auf Pestizidrückstände überwachen.

Entgegen früherer Verbotsankündigungen hat die EU-Kommission die Zulassung für das Herbizid Glyphosat Ende 2023 um weitere zehn Jahre bis zum 15. Dezember 2033 verlängert. Grundlage war eine Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die keine "kritischen Problembereiche" identifizierte – trotz massiver Kritik aus Wissenschaft und Umweltschutz. Für Privathaushalte bedeutet das: Der großflächige Einsatz in der Landwirtschaft geht weiter. Wer in ländlichen Regionen lebt oder einen eigenen Hausbrunnen betreibt, kann sich nicht auf ein baldiges Verbot verlassen und sollte die Wasserqualität weiterhin proaktiv durch akkreditierte Laboranalysen auf Pestizidrückstände überwachen.

Entscheidung über Glyphosatverbot erst 2017

Das von Kritikern angestrebte Glyphosatverbot wurde von der EU-Kommission vorerst abgelehnt. Ende 2017 soll erneut eine Beurteilung des Glyphosatverbots stattfinden. Die Chemikalienagentur Echa soll dazu in den kommenden eineinhalb Jahren eine Bewertung vorlegen, die klarstellen soll, wie gefährlich Glyphosat wirklich für die Gesundheit ist.

Glyphosat im Wasser kann, einigen bisherigen Untersuchungen zufolge, insbesondere für Babys und Kleinkinder eine Gefahr darstellen. Erwachsene und an sich gesunde Menschen sind ebenso gefährdet, auch wenn die tatsächlichen Auswirkungen bislang noch nicht abschließend geklärt sind.

Wer daher sicher gehen möchte, dass sich im eigenen Leitungswasser kein Glyphosat befindet, kann sein Wasser testen lassen. Hier geht’s zum Wassertest auf Glyphosat.

Uneinigkeit der EU-Staaten zum Glyphosatverbot

Zunächst war geplant, dass die EU-Staaten zu einer gemeinschaftlichen Entscheidung über die Verlängerung der Zulassung des Herbizids gelangen. Allerdings kamen die Vertreter der einzelnen Mitgliedsländer über Monate hinweg nicht zu einer mehrheitlichen Einigung. Bis zuletzt scheiterten die Abstimmungen, bei der sich Deutschland schlussendlich enthielt und keine Stimme abgab.

Die Behörden sind sich nach wie vor uneinig, was die möglicherweise krebserregende Wirkung von Glyphosat angeht. Ein Glyphosatverbot wurde hauptsächlich auf Basis der Einschätzung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) diskutiert. Dieser Beurteilung zufolge ist Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“. Dem stehen die Einschätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, kurz Efsa, und der Arbeitsgruppe Joint Meeting on Pesticide Residues, kurz JMPR) entgegen. Beide Beurteilungen besagen, dass ein Glyphosatverbot nicht zwingend erforderlich ist, da es, sofern die Verwendung sachgemäß ist, keine Gefahr darstelle.

Der Fokus der Untersuchungen der beiden Gremien liegt auf unterschiedlichen Aspekten. Die IARC überprüft hauptsächlich die tatsächliche krebserregende Wirkung von Glyphosat. Die Efsa legt ihr Hauptaugenmerk dagegen auf die Fragen der Konzentration. Ab wann und bei welcher Form der Aufnahme des Stoffes kann man von einer Gefährdung der Gesundheit auszugehen?

Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Ihr Leitungswasser nicht mit Pestiziden belastet ist, können Sie einen Pestizid Wassertest machen.

Alternativen für Glyphosat fehlen

Bei Glyphosat handelt sich um das international am meisten verwendete Herbizid, das allein in Deutschland auf etwa 40 Prozent aller Ackerflächen zur Anwendung kommt. Sollte sich das Glyphosatverbot durchsetzen, befürchten Experten, dass Landwirte in der Folge auf eine Mixtur verschiedener Herbizide ausweichen könnten, die in diesen Zusammenstellungen deutlich gefährlich sein könnten als Glyphosat.

Landwirte verwenden Glyphosat in großen Mengen auf ihren Äckern. Auf diesem Wege gelangt es ins Grund- und Flächenwasser, wodurch schlussendlich eine Belastung des Trinkwassers möglich ist. Die sehr wahrscheinlich krebserregende Wirkung fand in den vergangenen Monaten besondere Aufmerksamkeit.

Mehr zum Thema erfahren Sie hier im Magazin, beispielsweise in unserem Artikel „Die unsichtbare Gefahr für die Gesundheit: Glyphosat im Wasser“ oder „Glyphosat im Trinkwasser: Ist Ihr Wasser mit dem Pestizid belastet?“.

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