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Bleifrei trinken

Bleileitungen sind ab 2026 verboten: Ein Wassertest gibt Klarheit. Alle relevanten Informationen dazu hier.

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Gealterte Bleileitungen sind grau. Im Anschnitt ist das blanke, glänzende Blei zu erkennen. / Bildquelle & -rechte: NLGA

Ab dem 12. Januar 2026 dürfen gemäß Trinkwasserverordnung in Gebäuden keine Bleileitungen mehr genutzt werden. Das ist auch gut, denn Blei kann schon in sehr kleinen Mengen gesundheitsgefährdend sein.

Wir beantworten auf dieser Seite die Fragen:

  • Wie lässt sich herausfinden, ob Bleileitungen vorliegen?
  • Wo liegt der kritische Grenzwert für Blei im Trinkwasser?
  • Wie können Verbraucher prüfen, ob ihre Leitungen aus Blei bestehen?
  • Was ist zu tun, wenn Bleileitungen vorliegen?

Wie lässt sich herausfinden, ob Bleileitungen vorliegen?

Einen ersten und wichtigen Hinweis auf das Vorhandensein von Bleileitungen liefert das Baujahr des Hauses.

Altbau

Gebäude vor 1973

In Gebäuden, die vor 1973 errichtet wurden, können noch Bleileitungen verlegt sein. Bis 1945 war dies besonders häufig, danach nahm die Verwendung ab.

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Neubau

Gebäude ab 1973

Häuser, die nach 1973 gebaut wurden, sind praktisch nicht betroffen, da der Einbau von Bleirohren ab diesem Zeitpunkt in ganz Deutschland untersagt war.

Die Wahrscheinlichkeit ist nicht überall gleich. Im süddeutschen Raum wurden Bleirohre in der Trinkwasserinstallation bereits viel früher verboten (teils seit 1878), weshalb dort deutlich seltener damit zu rechnen ist. Dagegen wurden in Teilen Nord- und Ostdeutschlands Bleileitungen bis 1973 noch genutzt.

Schätzungen des Umweltbundesamts (Stand 2023) gehen von aktuell noch rund 38.000 Gebäuden mit Bleileitungen in der häuslichen Trinkwasserinstallation bundesweit aus. Außerdem soll es ca. 15.000 Hausanschlussleitungen aus Blei geben. Hierbei handelt es sich um die Verbindung zur öffentlichen Wasserleitung, für die die Wasserversorger verantwortlich sind).

Eine besondere Herausforderung stellt dar, dass es oft unbekannte Leitungen oder Teilleitungen aus Blei gibt, die schwer zu finden sind, sowie dass auch Armaturen oder Verbindungsstücke ("Fittings") Blei absondern können. All diese Elemente sind in den o.g. Schätzungen nicht enthalten.

In den Analyseergebnissen von Wasserproben bei IVARIO liegt der Parameter Blei auf Platz 3 der häufigsten Abweichungen von den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung (Daten von über 10.000 Wasserproben des ersten Halbjahres 2025).

Wo liegt der kritische Grenzwert für Blei im Trinkwasser?

Die Gefahr durch Blei liegt in seiner Eigenschaft als Nerven- und Blutgift, das sich im Körper anreichert und besonders für Schwangere, Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder schädlich ist.

Aktueller Grenzwert

Derzeit gilt in Deutschland ein Grenzwert von 0,010 Milligramm Blei pro Liter Trinkwasser, der seit dem 1. Dezember 2013 verbindlich ist.

Zukünftiger Grenzwert

Zum 12. Januar 2028 wird dieser Wert im Zuge der Umsetzung einer EU-Richtlinie noch einmal auf 0,005 Milligramm pro Liter gesenkt.

Wird der aktuelle Grenzwert von 0,010 mg/l im Trinkwasser, das über Nacht in der Leitung stand (Stagnationswasser), überschritten, ist davon auszugehen, dass Bleileitungen vorliegen und das Wasser in gesundheitsgefährdender Menge Blei abgibt. Bei Bleirohren, Teilstücken aus Blei oder Armaturen mit Blei ist der geltende Grenzwert in der Regel nicht einzuhalten.

Wie können Verbraucher prüfen, ob ihre Leitungen aus Blei bestehen?

1. Materialtest

Eine direkte optische oder mechanische Prüfung der Leitungen (Materialtest) ist oft mit erheblichen Nachteilen verbunden:

Verdeckte Leitungen

Der Großteil der Trinkwasserleitungen ist unter Putz verlegt und somit nicht sichtbar. Nur freiliegende Stücke (z. B. im Keller vor dem Wasserzähler oder an der Steigleitung) können untersucht werden.

Merkmale

Bleirohre sind weicher als Kupfer- oder Stahlleitungen, lassen sich leicht einritzen oder erscheinen silbergrau. Ihre Verbindungen sind gelötet ("wulstig") und nicht verschraubt. Allerdings ist die Identifizierung ohne Fachwissen oft schwierig und unsicher.

Unbekannte Teilleitungen

Auch wenn die Hauptleitungen aus einem anderen Material sind, können unbemerkte, kurze Teilstücke oder Hausanschlussleitungen sowie Armaturen Blei enthalten, die durch einen Materialtest an einer Stelle nicht gefunden werden.

2. Wasseranalyse

Aufgrund der Nachteile des Materialtests und einer etwaigen Unsicherheit bezüglich des Baujahrs ist die Trinkwasseranalyse durch ein Fachlabor die einfachste, sicherste und beste Methode, um Bleileitungen nachzuweisen.

Eindeutigkeit

Die Analyse liefert ein klares Ergebnis über die tatsächliche Bleikonzentration im Wasser. Wenn der Grenzwert überschritten wird, ist die Schlussfolgerung klar, dass Bleileitungen oder Armaturen mit Blei die Ursache sind.

Aussagekraft

Durch die Messung des Bleigehalts im sogenannten Stagnationswasser (Wasser, das mindestens vier Stunden in der Leitung gestanden hat) wird die maximale Belastung ermittelt, die tatsächlich durch die Hausinstallation verursacht wird.

Gezielte Maßnahme

Nur die Wasseranalyse gibt Aufschluss darüber, ob eine akute Gesundheitsgefahr besteht und ob Handlungsbedarf besteht.

Die einfachste und für Laien kostengünstige Vorgehensweise ist die Nutzung eines professionellen Probenahme-Kits, wie sie von spezialisierten Anbietern wie IVARIO angeboten werden.

Ablauf: Der Kunde bestellt ein Wassertest-Kit auf www.ivario.com, entnimmt eine Stagnationswasserprobe (Wasser, das mindestens vier Stunden in der Leitung gestanden hat) nach der beiliegenden detaillierten und leicht zu verstehenden Anleitung und sendet diese direkt an das Fachlabor. Dafür muss der Kunde seine Probe online bei IVARIO registrieren und erhält im Prozess ein im Preis inkludiertes Rücksendelabel zur Einsendung ins Labor. Nach wenigen Tagen kann der Analysebericht online abgerufen werden. Dieser stellt die Ergebnisse mit einem Ampelsystem und erklärenden Begleittexten übersichtlich dar. Bei Rückfragen steht eine Expertenhotline kostenlos zur Verfügung.

Hinweis: Amtliche Anerkennungen erfordern meist eine akkreditierte Probenahme. Um Kosten zu sparen und zeitlich flexibel zu bleiben, ist zunächst eine Analyse mit Probenahme-Kit zur Eigenkontrolle oft die sinnvollere Wahl.

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Was ist zu tun, wenn Bleileitungen vorliegen?

Wurde durch eine Wasseranalyse eine Überschreitung des Grenzwertes für Blei (0,010 mg/l) festgestellt, besteht dringender Handlungsbedarf, da dies - vor allem bei häufigem und regelmäßigem Konsum des Leitungswassers - eine akute Gesundheitsgefahr darstellt.

Die Beseitigung von Bleileitungen in der Hausinstallation ist klar in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) geregelt und fällt in die Zuständigkeit des Eigentümers oder Vermieters (Betreiber der Wasserversorgungsanlage).

Mieter

Mieter sind nicht für die Beseitigung zuständig. Diese sollten den Eigentümer aber unverzüglich schriftlich über das Analyseergebnis informieren. Außerdem sollte das Gesundheitsamt informiert werden, um ggf. eine zweite behördliche Prüfung zu veranlassen, um den Druck auf den Vermieter zu erhöhen. Als kurzfristige Lösung zum Schutz der Gesundheit kann ein Aktivkohle-Trinkwasserfilter (bspw. von IVARIO & Alb Filter) am Wasserhahn installiert werden.

Vermieter/Eigentümer

Vermieter/Eigentümer sind verpflichtet, die Gesundheit der Nutzer zu schützen und müssen die Bleirohre unverzüglich entfernen oder stilllegen lassen.

Die Entfernung und der Ersatz der Bleileitungen ist eine komplexe, handwerkliche Aufgabe, die ausschließlich von einem zugelassenen Fachunternehmen durchgeführt werden darf:

Sanitär-, Heizungs- und Klimabetriebe (SHK)

SHK-Betriebe verfügen über die notwendige Zulassung und Expertise, um die alten Leitungen fachgerecht gegen neue, zugelassene Materialien (meist Kupfer oder Kunststoff) auszutauschen.

Wichtig ist der vollständige Austausch aller Bleirohre, einschließlich möglicher Hausanschlussleitungen oder verborgener Teilstücke, da schon kleine Bleistücke den Grenzwert überschreiten lassen können.

Nachweis: Nach dem Austausch sollte erneut eine Wasseranalyse durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Bleikonzentration nun dauerhaft den Grenzwert einhält.

Strafen bei Nichtbeachtung

Die Missachtung der gesetzlichen Pflichten kann empfindliche Strafen und Konsequenzen nach sich ziehen:

  • Ordnungswidrigkeit: Die Nichteinhaltung der Anforderungen der Trinkwasserverordnung, insbesondere die Fristversäumnis bis Januar 2026, stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.
  • Bußgelder: Das zuständige Gesundheitsamt kann Bußgelder verhängen, die bis zu 25.000 EUR betragen können.
  • Straftat: Bei vorsätzlicher oder fahrlässiger Missachtung, die zu einer Gesundheitsgefährdung führt, kann sogar der Tatbestand einer Straftat erfüllt sein.
  • Mieter haben das Recht auf eine Mietminderung, da ein Mangel der Mietsache vorliegt, sobald der Grenzwert überschritten ist.

Das Gesundheitsamt ist die zuständige Überwachungsbehörde und kann den Austausch der Leitungen im äußersten Fall zwangsweise anordnen.

Mit verschiedenen IVARIO-Wasseranalysen lässt sich einfach herausfinden, ob Blei oberhalb der Grenzwerte im Leitungswasser enthalten ist.

Zu den Wasseranalysen

Auswahl von IVARIO-Partnern:

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"Sicherheit beim Trinkwasser gibt es durch Tests: Die Wasserversorger garantieren die Qualität nur bis zum Hausanschluss. Insbesondere alte Bleirohre im Gebäude können das Wasser gefährlich belasten," Dr. Sven Steinhauer, Chemiker, 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Trinkwasser, Prokurist bei der GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH

Über uns

IVARIO

Das Hamburger Unternehmen IVARIO macht wissenschaftliche Laborexpertise für jedermann zugänglich. Als Europas führender Online-Anbieter von Gesundheitsanalysen für Wohn- und Arbeitsräume steht IVARIO seinen Kunden täglich mit Expertise in den Bereichen Wasser-, Schimmel-, Asbest- und Bodenanalyse als Ansprechpartner zur Seite.

Hierbei nutzt das Unternehmen die Möglichkeiten der Digitalisierung, um ein Maximum an Einfachheit und Effizienz zu erreichen: Mit wenigen Handgriffen zum sicheren Zuhause oder Arbeitsplatz. Die Analysen werden ausschließlich in akkreditierten Fachlaboren durchgeführt. IVARIO ist Teil der GBA Group, einem internationalen Life Science Unternehmen und Labornetzwerk.

Kontakt für Medienvertreter:

presse@ivario.com